#Rezension: OM – die Ursprache der Seele

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Der spirituelle indische Lehrer und Ayurveda-Arzt Shri Balaji També hat ein lehrreiches Buch rund um die heilige Silbe Om geschaffen. Die Theorie des Buches besagt, dass wir durch Chanten (Singen) von Om jede kleinste Zelle in unserem Körper erreichen und mit unserem innersten Selbst in Kontakt treten können. Der Autor hat in seinem indischen Forschungszentrum ein Programm zur Harmonisierung von Körper, Geist und Seele entwickelt. Das sogenannte SOM-Programm (SOM steht in Anlehnung an zwei indische Fachbegriffe, welche die Kommunikation mit dem Selbst und die Meditation über Om beschreiben) umfasst Heiltechniken aus dem alten Indien wie Mantras singen, Om-Meditationen, Meditationen über einer Flamme und Yoga Nidra (Tiefenentspannung). Dem Buch ist eine CD beigelegt mit instrumentaler Meditationsmusik und gesungenen Mantren, die in Summe ca. eine Stunde dauern. Der Autor empfiehlt, dieses Programm täglich auszuüben, sodass sich mit der Zeit innere Zufriedenheit, Gesundheit und Erfolg einstellen.

Subjektive Eindrücke

Ich fand „OM“ ein interessantes Buch, in dem ich einige neue Dinge erfahren habe, z.B. über Ayurveda und die verschiedenen Konstitutionstypen, denen ein Kapitel gewidmet ist. Wenn man hier in die Tiefe gehen will, wäre es allerdings nicht das richtige Buch, da es nur einen allgemeinen Überblick bietet. Interessant fand ich auch die Betrachtungen des Autors über Meditation – insbesondere, dass wir durch das Kontrollieren unserer Sinne dem Ziel des Nicht-Denkens näher kommen und zu unserem Selbst vordringen. Obwohl ich einiges an Meditationserfahrung habe und verschiedene Bücher gelesen habe, ist es toll, immer wieder auf neue Blickwinkel zu stoßen.

Was mich allerdings störte war das Propagieren des SOM-Programmes an so vielen Stellen im Buch. Ich dachte, dass ich allgemein mehr über OM, Chanten & Meditation erfahre, anstatt übereifrig an ein vorgefertigtes Programm erinnert zu werden, das mir – wenn ich nur genug übe – den direkten Weg zu unendlichem Glück, Gesundheit und Erfolg weist (etwas überspitzt formuliert!). Ich schätze die Sichtweise aus meinen Achtsamkeits- und Meditationsausbildungen, dass wir grundsätzlich ohne Absicht meditieren. Natürlich darf man Ziele haben, daran ist nichts verkehrt. Aber ich setze mich lieber täglich „frei“ auf das Kissen und tue mir durch das Stillwerden etwas Gutes, anstatt dass ich mir erneut einen Erfolgsdruck aufhalse. Konkret praktiziere ich täglich bereits meine 45 Min. Sitzmeditation plus je nach Bedürfnis Yogaeinheiten, Pranayama oder Bodyscan. Für andere, die noch keine etablierte Praxis haben, mag dieses Programm hilfreich und der vorgegebene Rahmen weniger störend sein. Die Musik auf der CD ist schön anzuhören, wobei mir persönlich die Instrumentalstücke lieber war als die Mantren. Aber das ist natürlich wie immer Geschmacksache 😉

Ich danke dem Verlag von Herzen für das interessante Rezensionsexemplar!

  • OM – Die Ursprache der Seele. Durch Klang und Meditation das Gehirn neu programmieren – auf Heilung , Glück und das höchste Selbst
    Mit Meditations-CD
  • von Shri Balaji També
  • Arkana Verlag, 19. September 2016
  • 320 Seiten
  • 22,99 €
  • ISBN 978-3-442-342-006

2 Kommentare zu „#Rezension: OM – die Ursprache der Seele

  1. Ich war bisher auch ein Fan von Meditation und Buddhismus, ich habe jedoch auch einige kritische Impulse über diese Themen (und damit auch über mich, als Mensch, der sich dafür interessiert) bekommen beim Lesen von „Warum Mönche meditieren müssen“ von Viktoria Rationi.

    Ich finde auch darüber sollte unter den Meditations- / Buddhismus-Fans diskutiert werden.

    LG Angelika

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deinen kritischen Kommentar, Angelika! Das hört sich interessant an… und ich finde eine kritische Auseinandersetzung auch wichtig. Ich werde mir das Buch gerne mal anschaffen und reinlesen. Könntest du kurz hier schildern, was die Kritikpunkte waren, damit sie auch andere nachvollziehen können, die das Buch nicht haben oder kaufen wollen? Das wäre prima! Danke und liebe Grüße Judith

      Gefällt mir

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