#Rezension: Jeder Lotos hat ein schönes Herz

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Der buddhistische Mönch Ajahn Brahm hat mit diesem Buch eine schöne Anleitung zur Meditation geschrieben. Er zeigt auf eindrückliche und zugleich humorvolle Weise auf, wie uns Achtsamkeit zu einem ruhigen und stabilen Geist verhilft. Der ruhige Geist ist die Voraussetzung dafür, dass wir tiefer in die Meditation eintauchen. Ajahn Brahm verdeutlicht dem Leser, was es mit dem buddhistischen Konzept des „Nicht-Ichs“ auf sich hat und welche Freiheit uns das Loslassen des Selbst bringt. Unter anderem beleuchtet er auch die sogenannten „Jhanas“, die verschiedenen Versenkungsstadien der Meditation und zeigt auf, dass es gar nicht so schwierig ist, diese zu erreichen.

Hilfreiche Tipps für die Meditation

Zudem gibt Ajahn Brahm in diesem Buch viele Tipps, wie wir mit klassischen Hindernissen in der Meditation, wie etwa Unruhe, Schläfrigkeit, Ungeduld, Begehren oder Ablehnung, umzugehen lernen. Dabei betont er immer wieder, wie wichtig die Rolle des passiven Beobachters und die Distanz zu unseren Gedanken und Gefühlen ist. Solange wir zu nahe an unserer Erfahrung dran sind, bestehe die Gefahr, dass wir sie zu unserem Eigentum machen würden.

Sehr hilfreich für Perfektionisten (oder besser gesagt all jenen, die unter ihrem Perfektionismus leiden) dürfte auch die „gut-genug“-Haltung sein, die wir uns in der Meditation aneignen können. Sind wir beispielsweise sehr müde und lässt unsere Sitzhaltung zu wünschen übrig, können wir uns sagen: das ist gerade „gut genug“ (es muss nicht immer perfekt sein).

Subjektive Eindrücke

Ich habe es wirklich genossen, dieses Buch zu lesen! Ajahn Brahm schreibt leicht und unterhaltsam, gibt dem Leser aber zugleich weise und wertvolle Tipps mit auf den Weg. Ich denke, dass ich das Buch noch mehrmals lesen werde, um die vielen Inhalte in ihrer Gesamtheit aufnehmen zu können. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach allerdings mehr für Fortgeschrittene als für Einsteiger ins Thema. Es sind viele Fachbegriffe und buddhistische Konzepte genannt, die leicht verwirren können (selbst wenn sie der Autor erklärt und ein Glossar angehängt hat). Ich war jedenfalls froh, bereits einiges zum Thema gelesen zu haben, an das ich anknüpfen konnte – und auch darüber, leicht fortgeschritten in der Meditation zu sein. Wäre ich nicht gerade von einem Schweigeretreat gekommen und hätte eine erste Erfahrung mit dem Loslassen des Selbst gemacht, hätte ich mich oft gefragt, wovon Ajahn Brahm hier schreibt und was ich bei meiner eigenen Meditation falschmache. 😉  Zugleich kann ich anhand meiner eigenen kleinen Erfahrung bestätigen, was der Autor schreibt – das Loslassen des Selbst bringt ein Freiheitsgefühl mit sich, das unbeschreiblich schön ist. Diese Gefühl und das Buch von Ajahn Brahm motivieren mich ungemein, meine eigene Meditationspraxis weiter zu vertiefen.

Ich danke dem Verlag sehr herzlich für dieses bereichernde Rezensionsexemplar!

  • Jeder Lotos hat ein schönes Herz – eine praktische Anleitung zur Meditation
  • von Ajahn Brahm
  • Heyne Verlag, 14. Dezember 2015
  • 223 Seiten
  • 9,99 €
  • ISBN 978-3-453-70291-2

3 Kommentare zu „#Rezension: Jeder Lotos hat ein schönes Herz

  1. Ich habe lange nach den Prinzipien – „Immer alles perfekt“ und „300% ist gut genug“ gelebt.
    Naja – GELEBT ist wohl der falsche Ausdruck …
    Perfektionismus ist NIE erreichbar und das Streben danach auch nicht gerade gesundheitsfördernd …
    Körper, Geist und Seele bringen dir aber irgendwann bei was gesund und was weniger gesund ist …

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