Vorbereiten aufs Schweigeretreat

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In wenigen Tagen werde ich mich zum ersten Mal in ein Schweigeretreat begeben. Ein Retreat (übersetzt: „Rückzug“) soll es uns ermöglichen, einmal aus dem Alltag heraustreten und ganz zu uns selbst zu kommen. Unseres ist Teil des Achtsamkeitslehrgangs und dauert genau 7 Tage, in der gemeinsam geschwiegen und meditiert wird. Da jedoch mein Sohn erst 2 Jahre alt ist, werde ich die Hälfte der Zeit zu Hause übernachten und die andere Hälfte im Seminarhaus – dann ist der Trennungsschmerz nicht zu groß! Zumindest ist so der Plan und ich hoffe, unsere Retreatleiterin ist damit einverstanden – es wurde allerdings bereits gesagt, dass solche Ausnahmen möglich sind bei Eltern von kleinen Kindern oder wenn Angehörige zu pflegen sind etc. Die Bedingung ist jedoch, dass wir es daheim dann auch ruhig nehmen und keine Romane erzählen. 😉

Von der Lehrgangsorganisation haben wir bereits Unterlagen zur Vorbereitung bekommen: einen netten Willkommensbrief, Ablaufplan und Fragebögen, die wir ausgefüllt mitbringen müssen. Da ein Retreat sehr nahe gehen kann und wohl in seltenen Fällen schon zu Krisen geführt oder alte Verletzungen spürbar gemacht hat, müssen wir über unsere Gesundheit Auskunft geben (ob körperliche oder psychische Probleme vorliegen oder -lagen, wer im Notfall zu kontaktieren ist etc.). Obwohl ich mir grundsätzlich keine Sorgen um mich mache (trotz Vorgeschichte mit Depressionen), gibt es mir doch zu denken, wie tief so ein Schweigeseminar gehen kann. Ich hoffe jedenfalls, dass es mir und unserer Gruppe gut damit ergehen wird.

Damit der Übergang vom normalen Alltag zum Schweigen nicht zu groß ist, motiviert uns die Retreatleiterin im Willkommensbrief, bereits jetzt schon ruhiger zu werden. Wir sollen nicht von einem To-Do zum nächsten springen und dann völlig abgehetzt im Seminar ankommen. Leichter gesagt als getan, wenn man danach einige Tage weg ist und Familie, Kind, Job, Haushalt etc. gut organisiert zurücklassen möchte! 😉

Und doch versuche ich innerlich bereits einen Gang herunterzufahren bzw. das, was ich tue, achtsam zu tun (ganz bei der jeweiligen Erfahrung zu sein). Zusätzlich sollen wir unsere tägliche Meditationspraxis hochfahren. Damit wir die 6 Stunden der Meditations- und Yogapraxis pro Tag gut meistern können, hilft es, wenn wir jetzt schon 1 Stunde+ täglich still sitzen. Das versuche ich nun gerade aufzubauen und täglich etwas zu steigern. Quite a Challenge – jetzt schon 😉

Wir sollen uns auch im Vorfeld schon Gedanken machen, mit welcher Absicht wir ins Retreat gehen und welche Einstellungen wir uns oder anderen gegenüber vertiefen oder loslassen möchten. Darüber werde ich in den nächsten Tagen „sinnieren“ und mir ein Notizbuch fürs Retreat anlegen, in dem ich das Wichtigste festhalten kann.

Der Ablauf des Retreats wird dann so sein, dass vor dem Frühstück um 6 Uhr mit Yoga begonnen wird, dann von 9-12 Uhr und von 15-18 Uhr meditiert wird. Nach dem Abendessen gibt es einen Dharma Talk der Retreatleiterin (Vortrag zur buddhistischen Lehre, welcher unsere Meditationspraxis vertieft/ergänzt – für die, die das möchten und für Spiritualität offen sind). Wenn jemand irgendwo Schwierigkeiten hat, dann kann man sich mit der Retreatleiterin unterhalten. Auch die nötigsten organisatorischen Dinge dürfen wir mit dem Personal des Seminarhauses besprechen. Darüber hinaus gilt Schweigen, auch in allen Pausen und beim Essen. Angeblich sollen wir die einzigen Gäste im Seminarhaus sein, sodass es wirklich ein Ort der Ruhe sein wird.

Interessant finde ich auch, dass wir während dieser Tage nicht mal lesen oder längere Notizen machen sollen und alles meiden, was uns, von uns selbst ablenkt (Fernseher, Handy etc. ist klar, aber bei lesen oder schreiben hätte ich mir das jetzt gar nicht erwartet).

Ich freue mich nun jedenfalls sehr auf diese Erfahrung und werde dann gerne wieder hier im Blog darüber berichten 🙂

7 Kommentare zu „Vorbereiten aufs Schweigeretreat

      1. Überlege auch einen „Ausflug“ ins Zen Kloster im Allgäu ….auf meinem Blog gibt’s einige Beiträge über Zen Meister Hinnerk Polenski, auch über sein Buch „Das Leben ist ein Geschenk“ …lg

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      2. Hallo Christ, dieses Buch habe ich auch rezensiert und gefiel mir sehr gut. Ich habe für den Blog auch einige Zitate daraus vorbereitet… demnächst 🙂 werde gerne wieder bei dir reinschauen!
        Ins Zen-Kloster im Allgäu möchte ich auch mal auf ein Seminar gehen. Ist sicher sehr schön dort! Liebe Grüße Judith

        Gefällt 1 Person

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