Zwei Buchvorstellungen – ein Thema: „Selbstmitgefühl“

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Ich möchte Euch heute zwei Bücher vorstellen zum Thema „Selbstmitgefühl“, mit dem ich mich gerade intensiv befasse. Wie im gestrigen Erfahrungsbericht zu meinem Achtsamkeitslehrgang beschrieben, geht es bei Selbstmitgefühl darum, sich selbst ein guter Freund zu sein und gut für sich zu sorgen. Wie oft geht es uns so, dass wir uns das Leben schwer machen, weil wir unserer inneren kritischen Stimme zu viel Macht verleihen. Selbstmitgefühl eröffnet hingegen neue Wege, um einen freundlicheren, wohlwollenderen Umgang mit uns zu finden und den Kampf gegen uns selbst aufzugeben.

Die Autoren

Die beiden Psychologen Christopher Germer und Kristin Neff sind die Pioniere schlechthin, wenn es um das Thema Selbstmitgefühl geht. Sie haben beide eine Reihe an Büchern dazu geschrieben und halten weltweit Vorträge und Seminare. Auch das achtwöchige „Self Compassion“-Programm trägt ihre Handschrift und wird weltweit immer gefragter.

Selbstmitgefühl: Schritt für Schritt

In Kristin Neffs Buch „Selbstmitgefühl: Schritt für Schritt“ ist dieses Programm leicht verständlich beschrieben und mit vielen Übungen praktisch umsetzbar. Dem kleinen, schön gestalteten Buch sind vier Übungs-CDs beigelegt. Wie immer im Arbor Verlag sind die CDs sehr angenehm besprochen (hier mit den Stimmen von Lienhard Valentin und Christine Brähler). Neff bietet zudem interessante Einblicke in ihr Leben, welches ihr  viele Möglichkeiten zur Praxis des Selbstmitgefühls geboten hat (z.B. ihr herausforderndes Familienleben mit einem autistischen Sohn). Mit der Theorie ist man bei diesem Büchlein schnell durch, es geht hier mehr ums Üben und Kultivieren des Selbstmitgefühls anhand der CDs. Ich übe damit gerne und oft –  die Anleitungen sind eine kleine Wohltat im Alltag, der leider oft wenig mitfühlend mit uns ist.

Der achtsame Weg zum Selbstmitgefühl

Christopher Germers Buch bietet einen umfangreichen Überblick, was Selbstmitgefühl alles ist, wie wir es erlernen und individuell für uns anwenden können. Neben theoretischem Input, finden sich interessante Erfahrungsberichte von Germers Patienten, zahlreiche praktische Anleitungen und schöne Gedichte und Zitate (wie üblich bei Arbor!). Germer schreibt angenehm, gut verständlich und authentisch – sympathisch ist, dass er seine eigenen Schwächen nicht versteckt, sondern aufzeigt, wie er freundlich mit ihnen umzugehen versucht. Sehr eindrücklich war für mich eine Übung, bei der es darum ging, sich seiner Stärken im Vergleich zu anderen Menschen bewusst zu werden, dann der Schwächen und weiter der Eigenschaften und Fähigkeiten, die durchschnittlich ausgeprägt sind ( das kann z.B. Humor, Geduld, Pflichtbewusstsein etc. sein). Jeder von uns kann gewisse Dinge sehr gut, andere weniger. In einigen Bereichen sind wir deshalb nur durchschnittlich oder sogar schwach, das ist normal und völlig ok. Ich denke, dieses Bewusstmachen der eigenen Durchschnittlichkeit ist sehr hilfreich für Menschen, die zum Perfektionismus neigen und unfreundlich mit den eigenen Schwächen umgehen. Es zeigt uns, dass jeder seine starken und schwachen Seiten hat und niemand, wirklich niemand, perfekt ist. Das ist doch eine wirklich wohltuende Sichtweise oder?

Ich kann diese Bücher wirklich jedem empfehlen, der täglich einen schweren inneren Kampf auszutragen hat und lernen möchte, weniger hart mich sich umzugehen.

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