#Rezension: Stille, die aus dem Herzen kommt

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Der bekannte Zen-Meister und Friedensaktivist Thich Nhat Hanh zeigt mit seinem Buch „Stille, die aus dem Herzen kommt“ auf weltnahe und leicht verständliche Weise, weshalb sich Meditieren und Stillwerden gerade in unserer heutigen Zeit lohnt. Er beschreibt auf 156 Seiten und anhand von Übungen und Beispielen aus seinem Leben wie wir durch mehr Achtsamkeit zu uns finden können. 

In unserer schnelllebigen Zeit, in der wir ständig umgeben sind von Technik, Handys, Kommunikation verlieren wir uns selbst sehr leicht. Doch auch wenn es um uns herum still ist, sind wir möglicherweise nicht in echtem Kontakt mit uns selbst, sondern grübeln über die Vergangenheit oder sorgen uns um die Zukunft. In jedem von uns laufe ein NSD-Sender (Non-Stop-Denken), der uns sagt, was wir alles zu erledigen, beklagen, befürchten haben. Wir tun gut daran, diesen Sender von Zeit zu Zeit abzustellen – sei es durch kleine Atemübungen, Gehmeditation, achtsames Ausführen täglicher Handlungen, kollektives Meditieren oder einen Retreat. Wenn es leise um und in uns ist, dann können wir zu den lebenswichtigen Fragen vorstoßen „wer bin ich?, weshalb bin ich hier? was möchte ich mit meinem Leben anfangen?“.

Mit Stille zum Glück

Stille ist sehr wichtig für unser Glück – und doch räumen wir ihr so wenig Platz in unserem Leben ein. Vielfach versuchen wir uns durch äußere Reize (TV, Internet, Essen, Konsum etc.) von uns selbst abzulenken, sodass wir unser Leiden nicht spüren. Thich Nhat Hanh erklärt, dass uns dieser Weg nur in einen Zustand der inneren Leere und Unfreiheit führe und nicht glücklich mache. Erst wenn wir still sind, sehen wir die Dinge klar und deutlich vor uns. Dann können wir entscheiden, welche Saat wir in unserem Leben nähren wollen – durch schlechte Gedanken pflanzen wir die schlechte Saat, durch gute Gedanken die gute. Wir haben selbst die Wahl, nur Gesundes in unserem Bewusstsein anzupflanzen, das uns nährt und gut tut.

Subjektive Eindrücke

Thich Nhat Hanh schreibt trotz seines Lebens als Mönch in einem Kloster weltnah und kennt die Nöte unserer Zeit sehr gut. Er gibt interessante Einblicke in sein Leben in Plum Village und bietet mit diesem Buch buddhistisches Wissen auf leicht verständliche Weise (z.B. zu den fünf Lauten, zum edlen Schweigen, zum Geistes- und Speicherbewusstsein). Die persönlichen Schilderungen zu den Kriegen und Schicksalen, die er in seinem langen Leben erfahren hat, fand ich sehr berührend. Auch die verschiedenen Vorschläge zu Atemübungen gepaart mit Affirmationen (z.B. „einatmend wird mein Atem tief, ausatmend wird mein Atem lange“) haben mir gut gefallen. Besonders schön fand ich die Anregungen, wie wir uns durch Üben der Stille ein inneres Zuhause schaffen können – das uns durch alle guten und schwierigen Zeiten trägt. Dazu möchte ich Thich Nhat Hanh zitieren: „Mit dem achtsamen Atmen wenden Sie sich nach innen. Ihr Körper atmet. Ihr Körper ist Ihr Zuhause. Mit jedem Atemzug können Sie zu sich nach Hause kommen.“

Abschließend danke ich dem Verlag für das Rezensionsexemplar, welches ich gerne gelesen und rezensiert haben.

 

Angaben zum Buch

Buchtitel: Stille, die aus dem Herzen kommt. Innere Ruhe finden in einer lauten Welt

Autor: Thich Nhat Hanh

Übersetzung: Aus dem Englischen von Jochen Lehner

Verlag: Lotos, München

Erscheinungsjahr: 2015

Umfang: 156 Seiten

ISBN: 978-3-7787-8257-6

5 Kommentare zu „#Rezension: Stille, die aus dem Herzen kommt

  1. Meinen Sender habe ich schon vor ein paar Jahren zum Schweigen gebracht, durch inneres Zuhören und Bewusstwerden, dass nicht ich es bin, der denkt, sondern ein Organ namens Gehirn, und dass Gedanken nur Energie sind, welche im Universum nur darauf warten, dass sie von einem Gehirn empfangen werden. Seitdem schweige ich innerlich, beobachte innerlich und höre innerlich zu. Somit muss ich nicht mehr denken, alles läuft automatisch und selten greife ich ein. Alles was ich tue ist fokussieren, wenn ich das will oder wenn es nötig ist. Und so lebe ich meistens in der Stille.

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      1. Ich habe meditiert und eine spezielle Atmungstechnik entwickelt, mit der ich sogar bewusst einen Atemstillstand herbeiführen konnte. Ein fantastisches Erlebnis, das mich in eine andere Welt geführt hat. So wünsche ich mir eines Tages selbstbestimmt aus diesem Leben zu scheiden.
        Aber ich habe auch erkannt, dass alles „zu sehr Wollen“ nicht funktioniert. Man muss es einfach nur durch Zulassen tun (Fokus mit Gelassenheit). Dann habe ich beschlossen, dass jede Sekunde meines Lebens eine Meditation sein soll, egal wie sie aussieht, und dass für mich nur noch der Augenblick im Hier und Jetzt zählt. Seither ist alles leicht und einfach geworden.

        PS: Der Mensch hat die Angewohnheit die Einfachheit zu verkomplizieren. Im Prinzip ist alles einfach nur einfach, wenn man es so ansieht und zulässt.

        PSS:
        Liebe Grüsse mit meinem Slogan
        Shunyata – Tathata – Tat Tvam Asi
        Siehe dazu:
        https://humanyu.wordpress.com/myself/

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