Erfahrungsbericht: wie ich den Auftakt meiner Achtsamkeitsausbildung erlebt habe (Teil 2)

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Wir sind mittlerweile am dritten Tag des intensiven Ausbildungswochenendes angelangt. Heute steht „Schweigen“ auf dem Programm. Da mein kleiner Sohnemann leider krank ist und mein Mann ins Büro muss, kann ich erst am Nachmittag zur Gruppe stoßen. Wir machen zunächst einen Spaziergang für die Sinne. Die Anleitung besteht darin, dass wir uns treiben lassen und dort hin gehen, wo unsere Aufmerksamkeit uns hinzieht. Sinngemäß sagt unsere Referentin Sonja: „Bei solchen Ausbildungen besteht die Gefahr darin, dass wir meinen, besonders achtsam aussehen zu müssen! Es geht aber nicht darum, mit einer besonderen Intention umherzulaufen (im Sinne von „huch, ich bin ja so achtsam und schaue mir jetzt jede Blume eine halbe Stunde lang an“), sondern unserem Herzen dorthin zu folgen, wo uns etwas wirklich berührt – wir nennen es auch den ‚Anfängergeist‘.“ Diese Anleitung ist sehr hilfreich für mich. Ich fühle mich tatsächlich wie ein kleines Kind, schaue mir manche Steine und Tannenzapfen an, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und genieße es, ganz im Moment zu sein – ohne auf die Uhr zu sehen, ohne nachzudenken, was als nächstes kommt oder was vorher war.

So ticke ich also!

Später gibt es eine geführte Sitzmeditation und achtsame Yogaübungen, die wir wieder schweigend ausführen. Eine besondere Herausforderung ist der Lärm der Holzfäller, die ihr Werk genau heute um unser Seminarhaus herum vollbringen. Tja, niemand hat gesagt, dass das alles leicht wäre 😉 Der Nachmittag ist trotzdem zu schnell vorbei. Ich hätte gerne noch länger geschwiegen und gesehen, welche Wirkung die Stille auf mich hat. Doch werden wir im Rahmen dieser Ausbildung noch genügend ruhige Gelegenheiten, vor allem eine ganze Schweigewoche, haben. Gleichzeitig gibt es am Ende des Tages auch den Wunsch, mich wieder von mir selbst abzulenken. Wenn es so still ist, dann beschäftigt man sich natürlich viel mehr als alltäglich mit sich selbst, was nicht nur angenehm ist. 😉 Zuvor war mir nicht bewusst, dass ich auf vermeintliche Bedrohungen so gerne mit dem Fluchtreflex reagiere. Hm, so ticke ich also! Es ist tröstlich zu hören, dass es auch anderen Teilnehmern so ergeht, wie ich in der Schlussrunde erfahre.

(Meine) Früchte des Schweigens: Gelassenheit und Energie

Abends zurück bei meiner Familie staune ich über die Gelassenheit, welche mir die paar Stunden Schweigen gebracht haben. Ich reagiere entspannt, als mein Sohn sich nur von seinem Papa umziehen und ins Bett bringen lassen will, und kann mir selbst sagen: „Hey, es ist wirklich schön, dass die beiden eine so gute Bindung zueinander haben. So kann ich auch mal auf einen Kurs gehen, ohne mir Sorgen um ihn und unser Zuhause machen zu müssen.“ Später stelle ich mich für eine Stunde an den Bügeltisch und erledige die Wäsche – und das ganz ohne Mühe (was mir normalerweise ziemlich schwer fällt!). Auch mein Mann registriert, dass ich da irgendwie verändert heimgekommen bin und er meint augenzwinkernd: „Dieser Kurs wirkt aber sehr schnell!“

So freud- und energievoll der eine Tag endet, so betrübt ist der nächste. Doch darüber werde ich in einem dritten Teil des Berichts schreiben. Ich freue mich, wenn Ihr weiter dabeibleibt!

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Faktencheck:

Titel: Grundausbildung „Achtsamkeit leben – Achtsamkeit lehren“

Inhalte: Diese Ausbildung vermittelt die Grundlagen achtsamkeitsbasierter Verfahren. Im Vordergrund steht die Seins-Qualität, das Kultivieren der inneren Haltung von Achtsamkeit.

Anbieter: Arbor Seminare

Weiterführende Informationen: https://www.arbor-seminare.de/Basisinformation-Grundausbildung

2 Kommentare zu „Erfahrungsbericht: wie ich den Auftakt meiner Achtsamkeitsausbildung erlebt habe (Teil 2)

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