Metta für schlechte Tage

An diesem heutigen Tage habe ich ganz besonders die Gelegenheit, Achtsamkeit und Metta Meditation zu praktizieren. Ich bin nach ein paar kurzen Nächten um mein kleines Kind herum übermüdet, habe die Tage, was mir fast immer auf die Stimmung drückt und eine Erkältung tut noch das Übrige. Eigentlich ein Tag, um nur im Bett zu bleiben und fern zu sehen. Aber das geht natürlich nicht. Ich kann meinem Kind ja schwer verständlich machen, dass die Mama nicht aufstehen und nicht mit ihm spielen/für es dasein kann.

An solchen Tagen hilft es mir besonders, mich an die Achtsamkeitspraxis und die Liebende Güte (Metta) zu erinnern. Am Anfang meiner Übungen fiel mir das sehr schwer, besser gesagt, ich habe nicht einmal daran gedacht. Mit der Zeit und Übung erinnert man sich jedoch immer besser daran und Achtsamkeit und Liebende Güte gehen mehr und mehr ins Selbstverständnis über. So habe ich mir heute zwischendurch mehrmals wohlwollende Sätze gesagt wie: „Möge ich mich glücklich fühlen. Möge ich frei sein von Angst, Leid und Schwermut. Möge ich mit Leichtigkeit durchs Leben gehen. Möge ich gelassen sein. Möge ich mich spüren. Möge ich gut für mich sorgen.“ Wie im gestrigen Post erwähnt, hilft alleine schon die Intention dieser Wünsche, dass wir uns mit der Zeit besser fühlen. Ich finde das eine sehr schöne Art der Selbstfürsorge.

Schön finde ich auch den Gedanken, dass wir auch an solchen Tagen „ganz“ sind. Egal, wie schlecht wir uns in einem Moment fühlen, das sind nicht wir. Es sind Stimmungen, Gefühle, körperliche Befindlichkeiten und Gedanken des heutigen Tages oder Momentes, die auch wieder vergehen. Ich kann trotzdem mit meinem Sohn lachen und herumalbern, obwohl ich mich gerade kränklich und müde fühle. Ich bin eben nicht nur „kränklich und müde“, sondern in weiten Teilen heil.

Es hilft zusätzlich, wenn wir in beschwerlichen Momenten achtsam wahrnehmen, was um uns herum ist. Dass wir z.B. gerade auf einem Stuhl sitzen oder auf dem Boden stehen. Dass wir spüren, wo unser Körper die Sitzfläche oder den Boden berührt. Wir können diese Art der Achtsamkeit auf jede Tätigkeit übertragen, die wir zu erledigen haben – Geschirr spülen, essen, duschen… Mir hilft diese konzentrierte Wahrnehmung sehr, um mich nicht in Grübeleien und Sorgen zu verstricken. Vielleicht ist auch für euch etwas Hilfreiches dabei!

Namasté und einen schönen restlichen Tag 🙂

PS: natürlich sind schlechte Tage auch bei Meditation und Achtsamkeit noch schlechte Tage – es geht nicht darum, dass wir alles nur positiv sehen, sondern vielmehr, dass wir diese schlechten Tage akzeptieren können und mit ihnen umzugehen lernen. Genau das ist es, warum wir meditieren. Nicht weil es trendy ist oder weil wir die besten Meditierenden der Welt werden wollen, sondern um mehr Lebensqualität zu haben, wenn es draußen stürmt und tobt.

10 Kommentare zu „Metta für schlechte Tage

  1. Schöner Beitrag! Ich liebe die Liebende Güte Mediation und war auch anfangs im Zwiespalt – wollte ich doch die Welt nicht nur mehr durch die rosarote Brille sehen bzw. eine „Gehirnwäsche“ erhalten. Aber dieser Gedanke war ein Trugschluss – ich habe meine Werte und stehe dazu – mehr den je und überhaupt ist es doch so: gerade wenn es mir nicht gut geht, sollte ich mich besonders gut um mich kümmern und Selbstliebe leben. Dann habe ich viel mehr Kraft und kann vieles zum Positives bewegen.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, zuerst kommt die Liebe zu uns selbst. Dann sind wir in unserer Mitte und können auch gut mit anderen sein. Sonst wird es schwierig. Das war mir lange nicht klar, und es ist wie ein Juwel, es entdeckt zu haben 🙂

      Gefällt 1 Person

  2. Sehr gut auf den Punkt gebracht :). Ich erinnere mich noch an die vielen Stunden im Schaukelstuhl, mit meinem weinenden übermüdeten Baby, dass nur in Bewegung zur Ruhe kommen konnte. In dieser Zeit hat nur die Meditations/Achtsamkeitspraxis geholfen, weil sie so schön flexibel überall anwendbar ist :).

    Gefällt 1 Person

    1. Genau 🙂 ich habe kürzlich gelesen, dass viele Menschen dann zur Achtsamkeit kommen, wenn sie Eltern werden. So habe ich es auch erlebt, weil es mir Baby eine so intensive und kräfteraubende Zeit ist. 😊

      Gefällt mir

  3. Mir gefällt dieser Beitrag sehr gut…Die Zeilen und Beschreibungen helfen mir…An nicht so guten Tagen merke ich ganz besonders, wie wichtig die Achtsamkeit für mich ist und dass ich nicht mehr ohne sie leben möchte! Liebe Grüße, Bernhard

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s