Nachgelesen: Metta Meditation von Sharon Salzberg (1)

Es gibt eine Handvoll Sachbücher, die es trotz ihrer Sachlichkeit geschafft haben, mich zu berühren. Normalerweise entsteht das „Gänsehautgefühl“ bei mir eher bei Romanen und Geschichten mit Emotionen. Doch eines dieser Sachbücher ist „Metta Meditation“ von Sharon Salzberg. Dank des Tipps einer Bloggerkollegin bin ich vergangenen Sommer darauf gestoßen – und kann sagen: Dieses kleine Büchlein hat mein Leben verändert (so abgedroschen das auch klingen mag). Ich habe dadurch mit täglicher Meditation und dem Kultivieren von Achtsamkeit in meinem Leben begonnen, was mir eine neue Stärke und Ruhe gebracht hat. Kürzlich habe ich das Buch zu einem Achtsamkeitsseminar mitgenommen und anderen davon erzählt. Alleine das Cover hat eine anziehende Wirkung, sodass einige Seminarteilnehmer mehr darüber wissen wollten und sich Details notiert haben. Es ist wirklich ein Buch, das ich anderen Menschen ans Herz legen kann und deshalb in meinem Blog aufgreifen will.

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Nachlese in mehreren Teilen

In diesem und weiteren Beiträgen möchte ich die wesentlichen Erkenntnisse, die ich aus dem Buch entnommen habe, sowie meine persönliche Erfahrungen wiedergeben. Direkt entnommene Zitate werden als solche kenntlich gemacht. Diese Beiträge ersetzen natürlich nicht das Lesen des gesamten, wertvollen Buchs. Sollte die Autorin oder der Verlag etwas gegen diese Beiträge haben, werde ich sie natürlich entfernen und die Notizen lediglich für mich persönlich abspeichern.

Grundprämissen des Buchs

Der Untertitel des Buchs lautet „Buddhas revolutionärer Weg zum Glück“ und deutet darauf hin, dass es hier nicht um einen säkulare Meditationsanleitung geht. Sharon Salzberg zeigt vielmehr auf, wie Metta Meditation in der Tradition des Buddhismus verankert ist und wie wir durch regelmäßige Meditationsübung wahres Glück erfahren können. In der Einleitung sind bereits folgende Grundprämissen zu finden:

Wir alle sehnen uns danach, glücklich und verbunden mit anderen Menschen zu sein. Oft fühlen wir uns aber getrennt voneinander und erleben Schmerz. Meditieren entzieht dem Mythos des Getrenntseins die Basis und ist eine wahre Quelle des Glücks. Der Lehre Buddhas zufolge können wir durch eine regelmäßige Meditationstradition zu mehr Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut gelangen. Dies sind die sogenannten „brahma-viharas“ (aus der alten, buddhistischen Pali-Sprache, brahma=himmlisch, erhaben; vihara=Heimat). Durch die Meditationsübungen stärken wir Liebe (Pali: metta), Mitgefühl (karuna), Mitfreude (mudita) und Gleichmut (upekha). Folgen wir diesem Weg, lernen wir heilsame Eigenschaften zu fördern und unheilsame loszulassen. Angst, Zorn und Anhaftung, die uns und anderen schaden, sollen wir fallenlassen – nicht durch ärgerliches Beiseiteschieben, sondern indem wir beginnen, uns und andere wirklich zu lieben.

Diese Erkenntnis ist für uns jederzeit verfügbar, egal wie lange wir uns schon beschränkt fühlen. „Wenn wir einen dunklen Raum betreten und das Licht anmachen, spielt es keine Rolle, ob der Raum einen Tag, eine Woche oder zehntausend Jahre lang dunkel gewesen ist – wir drehen das Licht an, und es ist hell. Sobald wir mit unserem Potenzial zu lieben und glücklich zu sein – mit dem Guten Verbindung aufnehmen, wird es hell. Das Üben von brahma-viharas ist der Weg, das Licht anzuzünden und brennen zu lassen. Es ist ein Prozess tiefer spiritueller Wandlung.“ 

Oder in anderen Worten: „Unsere angeborene Ganzheit ist immer da, und wir können sie leben.“ 

Subjektive Wahrnehmung

Diese fett gedruckten Passagen haben es mir besonders angetan. Ist es nicht wie Balsam für die Seele, dies zu lesen, wenn man selbst schon eine (oder mehrere) Krise(n) im Leben durchgemacht hat? Zumindest empfinde ich es sehr wohltuend daran zu glauben, dass es immer einen Weg nach vorne gibt, selbst wenn es noch so schwer war oder ist. Wir können selbst wählen, ob wir das Licht anmachen oder im Dunkeln bleiben wollen.

Doch ist es natürlich nicht so leicht umgesetzt, wie hingeschrieben. Das merke ich selbst in meinem Alltag. Und das gibt auch Sharon Salzberg in ihrem Buch offen zu, wenn sie über ihre Meditationserfahrungen schreibt. Überhaupt finden sich immer wieder persönliche Anekdoten der Autoren im Buch, die das Lesen kurzweilig machen.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass Meditieren keine Zauberei ist, kein Allheilmittel und es schon etwas Disziplin bedarf, täglich dabei zu bleiben. Doch hat mich dieses Buch eben tief drinnen, spirituell berührt, und einen „Samen des Glücks“ in mir gesät, für den ich gerne bereit bin, meine tägliche Zeit fürs Meditieren aufzubringen.

Demnächst geht es mit dem zweiten Teil dieser Nachlese weiter…

Für alle, die jetzt schon überzeugt sind, dieses Buch ebenfalls zu „brauchen“, hier die Detailangaben:

Metta Meditation. Buddhas revolutionärer Weg zum Glück/ Sharon Salzberg/ Arbor Verlag/ Freiamt 2003/ ISBN 978-3-924195-90-8

10 Kommentare zu „Nachgelesen: Metta Meditation von Sharon Salzberg (1)

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